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Wie arbeitet ein Desinfektor?

Julia Maus
|
18. Februar 2021
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Interessante Einblicke in die Arbeit eines Desinfektors

Wie arbeiten Desinfektoren? Kann jeder die Ausbildung machen? Welche hartnäckigen Desinfektionsirrtümer gibt es? Diese Fragen konnten wir dem staatlich geprüften Desinfektor Patrick Siedle stellen. Mit ihm haben wir über seine Arbeit als Desinfektor gesprochen, was sie ausmacht und welche hartnäckigen  Desinfektionsirrtümer sich halten.

Wer bist du und was machst du beruflich?

Ich heiße Patrick Siedle, bin 50 Jahre alt und gelernter Großhandelskaufmann. Ich habe zwanzig Jahre in der Hotellerie gearbeitet und bin 2020 zum Pharmaunternehmen CPS Pharma gewechselt. Dort bin ich Leiter vom Beschichtungsteam, mit dem ich die Oberflächenversiegelung BactoAttaQ bei Kunden durchführe. 2020 habe ich meinen staatlich geprüften Desinfektor gemacht und berate Kunden bei den richtigen Hygienemaßnahmen für ihr Unternehmen.

Was machen Desinfektoren?

Desinfektoren sind generell überall dort tätig, wo hohe Hygienemaßnahmen erforderlich sind. Sie werden in Krankenhäusern, im Krankentransport, auf der Feuerwehrwache, in Pflegeheimen, in Jugendhäusern und vom Gesundheitsamt aus überall dort eingesetzt, wo besondere Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz notwendig sind. Dazu zählen Desinfektionsmaßnahmen bei übertragbaren Krankheiten wie bspw. eine Scheuer-Wischdesinfektion als Schlussdesinfektion von anderen Maßnahmen.

Desinfektor besprüht Lappen mit einer Flüssigkeit
Wie man Desinfektionsmittel auf Oberflächen richtig anwendet, weiß der Desinfektor Patrick Siedle

Kann jeder Desinfektor werden?

Ja, jeder kann eine Ausbildung zum Desinfektor machen. Es ist ein staatlich geprüfter Lehrgang. Die Ausbildung kommt zugute, wenn man generell im Gesundheitsbereich oder im Fachbereich Hygiene arbeitet. Viele machen die Ausbildung im Zuge ihres Gesundheits- und Hygieneinspektors. Als Desinfektor ist man an der Gesundheitsfürsorge und dem Gesundheitsschutz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beteiligt und wird von ausgewiesenem Fachpersonal abgerufen.

Wie wird man Desinfektor?

Um Desinfektor zu werden, muss man eine fachliche Ausbildung absolvieren. Die Ausbildungsdauer beträgt 130 Unterrichtsstunden. Ich habe meine Ausbildung aufgrund von Corona über eine Onlineschulung daheim gemacht und hatte nur eine Woche Präsenzunterricht. Die Prüfung bestand aus einem praktischen, einem theoretischen und einem mündlichen Teil.

Was lernt man während der Ausbildung?

Ich hatte Module zu den Grundlagen der Infektionslehre, zur Desinfektion und zur Sterilisation. Man lernt viel über Rechtsgrundlagen, Vorschriften und Schädlingskunde. Aber auch Erste Hilfe und toxikologische Aspekte sind Teil der Ausbildung. Im praktischen Teil lernt man die korrekte Durchführung von Desinfektionsmaßnahmen und macht andere praktische Übungen, die bei der späteren Ausübung notwendig sind.

Welche Desinfektionsirrtümer gibt es denn?

Es gibt drei große Irrtümer, die leider allgegenwärtig sind. Viele Menschen glauben, die Bezeichnung “Desinfektionsmittel” reicht aus, um Viren, Bakterien und Pilze abzutöten. Dass es hierbei allerdings verschiedene Abstufungen gibt, wissen die wenigsten. Desinfektionsmittel ist also nicht gleich Desinfektionsmittel.

Ein weiterer Irrtum ist, dass ständiges Desinfizieren gut und sinnvoll ist. Das führt jedoch zu einer geschädigten Schutzschicht der Haut. Diese führt zu einer schnelleren Aufnahme von Viren und Bakterien im Körper. Auf lange Sicht gesehen kann der Körper dadurch schneller krank werden.

Deshalb sollte man nicht ständig die Hände desinfizieren und lieber gründlich und sorgfältig die Hände waschen.

Wichtig: Nur dort, wo Händewaschen nicht möglich ist, sollte man Desinfektionsmittel verwenden, wie beispielsweise nach einem Krankenhausbesuch, nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im privaten Bereich genügt ausgiebiges und gründliches Händewaschen meistens aus. Im öffentlichen Bereich ist dies leider oft nicht möglich.

Der dritte große Irrtum ist der Desinfektionsvorgang an sich. Muss man sich die Hände desinfizieren, glaube viele, dass ein kurzes Einreiben der Hände ausreichend ist, um so gut wie alle Viren, Bakterien und Co. zu eliminieren. Ein richtiger Desinfektionsvorgang muss allerdings mit dem richtigen Mittel, einer bestimmten Einwirkzeit und der korrekten Umgebungstemperatur durchgeführt werden.

Man hört immer wieder, dass man sich gut die Hände desinfizieren soll. Überall stehen Desinfektionsspender herum. Warum ist ständiges Händedesinfizieren denn nicht gut?

Das Immunsystem eines gesunden Menschen schafft es in der Regel, Krankheitserreger zu erkennen und sie  durch das angeborene Immunsystem automatisch zu bekämpfen. Solange die Anzahl der Keime eine bestimmte Anzahl nicht übersteigt, schafft es der Körper normalerweise, die Krankheitserreger unschädlich zu machen und sich selbst zu schützen. Das Immunsystem lernt, indem es mit Keimen und Viren in Kontakt ist: Es erkennt Krankheitserreger nur durch Kontakt und bildet gegen sie Antikörper, die bei erneutem Kontakt den Krankheitserreger angreifen.  

Desinfiziert man allerdings ständig die Hände und andere Oberflächen, so hat das Immunsystem keine Chance, potentielle Krankheitserreger kennen zu lernen und gegen sie Antikörper zu bilden.

Auch sind Desinfektionsmittel oft mit einer hohen Menge an Alkohol versetzt. Ständiges Händedesinfizieren zerstört die Flora der Haut und Viren und Bakterien können leichter in den Körper eindringen.  Desinfektionsmittel können darüber hinaus auch Oberflächen aus PVC oder Kunststoff schädigen. Alkohol zersetzt die enthaltenen Weichmacher und macht Material über einen längeren Zeitraum hinweg brüchig.  

Hat man keine immunologischen Probleme und gehört zu keiner Risikogruppe, so reicht es völlig aus, die Hände regelmäßig mit Seife gründlich zu waschen und Oberflächen anständig und mit genügend Druck zu reinigen. Die tägliche Reinigung sollte mehr in den Vordergrund gerückt werden.

Wir bedanken uns herzlich bei Patrick Siedle für den spannenden Einblick in die Arbeit eines Desinfektors!

Mehr Informationen zum Desinfektor finden Sie hier.

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