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Bluthochdruck fördert schweren Verlauf von Covid-19

Julia Maus
|
15. Januar 2021
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Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und einem schweren Coronaverlauf

In der Zeitschrift Nature Biotechnology wurde am 24. Dezember 2020 eine Publikation von Wissenschaftlern veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und einem schweren Verlauf von Covid-19 untersucht haben.

Das Forscherteam, bestehend aus Wissenschaftlern aus Berlin, Heidelberg, Greifswald, Hamburg und Leipzig, haben mehrere Studien untersucht, warum Menschen mit Bluthochdruck einen schwereren Covid-19 Verlauf haben als Menschen ohne Hypertonie.

Was ist Bluthochdruck?

Hypertonie ist keine seltene Diagnose. Schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Deutsche sind davon betroffen. Hat man Bluthochdruck, so ist der Druck in den Gefäßen permanent erhöht. Zu Beginn macht dies keine Probleme und Betroffene merken oftmals gar nichts. Bleibt die Erkrankung allerdings auf Dauer unentdeckt, wird das Herz überlastet und auch andere wichtige Organe wie die Leber oder die Nieren überansprucht. Durch Bluthochdruck altern die Gefäße schneller und verkalken. Das kann zu Schlaganfällen oder Herzinfarkt führen.

Der anhaltenden Überdruck in den Gefäßen führt zu chronisch entzündlichen Reaktionen im Körper und das Immunsystem ist daher in dauerhafter Alarmbereitschaft. Gelangen nun Coronaviren in den Körper, reagiert das Immunsystem über.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Das Immunsystem existiert in jedem höher entwickelten Lebewesen. Es ist das körpereigene Abwehrsystem, das Gewebeschäden aufgrund von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten verhindert. Auch fehlerhafte Zellen zerstört das Abwehrsystem mithilfe der Killerzellen, die Teil der angeborenen Immunabwehr sind, bevor diese sich durch Zellteilung vermehren und den Körper krank machen können.

Wie läuft eine normale Immunreaktion ab?

Sobald Krankheitserreger in den Körper gelangen, muss man zwischen einer Erstreaktion und einer erneuten Infektion unterscheiden. Bei einer Erstinfektion kennt das Immunsystem den Erreger noch nicht. Es schickt sogenannte antigenpräsentierende Zellen los, die typische Merkmale von Krankheitserregern erkennen, ohne zuvor mit ihnen in Kontakt gewesen zu sein. Sie nehmen die Erreger auf und fressen sie auf (daher nennt man diese Zellen auch Fresszellen).

Bruchstücke davon zeigen sie den Abwehrzellen des Immunsystems, die daraufhin aktiv werden. Einige dieser Zellen töten die Erreger direkt ab, während andere beginnen, Antikörper zu produzieren. Diese Antikörper heften sich an die Erreger, machen sie bewegungsunfähig und damit unschädlich. Nach der Infektion bleiben Antikörper und sogenannte Gedächtniszellen im Körper, die bei einer erneuten Infektion schneller und effizienter auf Krankheitserreger reagieren können.

Wieso reagiert ein Immunsystem über?

Ist ein Immunsystem in dauerhafter Alarmbereitschaft durch Krankheiten wie Allergien, Krebs oder hohem Blutdruck versetzt und gelangt zu diesem Zustand noch ein Krankheitserreger dazu, reagiert das Immunsystem über. Es greift infolgedessen nicht nur virenbefallene Zellen an, sondern richtet sich auch gegen gesunde Zellen. Grund dafür ist, dass es nicht mehr zwischen körperfremden und körpereigenen Zellen unterscheiden kann.

Generell lässt sich sagen, dass permanent erhöhte Entzündungswerte im Körper eine Rolle für eine schwere Covid-19-Erkrankung spielen. Das Forscherteam konnte allerdings nicht feststellen, dass die Anfälligkeit für eine SARS-Cov-19-Infektion bei Bluthochdruck-Patienten höher ist als bei gesunden Menschen.

Die medikamentöse Behandlung spielt eine Rolle

Die Wissenschaftler konnten einen Zusammenhang zwischen einem milden Krankheitsverlauf und ACE-Hemmern herstellen. ACE-Hemmer wirken gefäßerweiternd, senken den Gefäßwiderstand und den Bluthochdruck. Nahmen Studienteilnehmer schon vor einer Covid-19 Erkrankung regelmäßig ACE-Hemmer ein, so hatten sie kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsvelauf. Andere Studienteilnehmer die Medikamente mit Antiotensin-Rezeptor-Blockern einnahmen, hatten dasselbe erhöhte Risiko eines schweren Krankheitsverlauf wie Teilnehmer, die keines dieser Medikamente zur Blutdruckregulierung einnahmen.

ACE-Hemmer wirken positiv auf einen milden Verlauf

Die Studiengruppe mit ACE-Hemmer hatte einen milderen Infektionsverlauf und ihre Immunzellen reagierten schneller und effektiver auf die Coronaviren. Die Virenlast für das Immunsystem sank dadurch ebenfalls schneller ab.

Die Studie konnte damit frühere Untersuchungen bestätigen, die die positive Wirkung der ACE-Hemmer für einen milden Covid-19 Verlauf aufzeigten. Im Frühjahr 2020 wurde noch befürchtet, das genau das Gegenteil der Fall sei: Die SARS-Cov-2-Viren nutzen nachweislich für ihren Zelleintritt das ACE-2-Protein als Andockstation. Das Protein regelt normalerweise den Blutdruck. Wird es jedoch von Coronaviren “gekapert”, so kann es seine Rolle nicht mehr ausführen.

Die Studie wirft indessen die Frage auf, ob es bei einer Covid-19-Infektion ratsam ist, ACE-Hemmer für einen milderen Verlauf einzunehmen. Eine abschließende Antwort konnten die Wissenschaftler darauf nicht geben, da die Studie keine Hinweise dafür liefere. Es ist nicht nachgewiesen, ob eine sofortige Gabe von ACE-Hemmern einen direkten Einfluss auf das Immunsystem nimmt. Diese Frage gilt es nun in einer bereits eingeleiteten weiteren klinischen Studie zu untersuchen.

Weitere interessante Studien zum Thema finden Sie hier.

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